Wie „Happy Home“ Leben rettet.

Rund 300.000 Kinder schuften in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka in den Haushalten der Mittelklasse. Salma war eine von ihnen. Das Happy Home hat ihr Leben verändert. Miriam Dubbert von Brot für die Welt hat sie ihre Geschichte erzählt. Inmitten der Altstadt von Dhaka leben dreißig Mädchen in einer bunt eingerichteten Wohnung. Es gibt eine Küche, ein Badezimmer und fünf Schlafzimmer. Das ist zwar eng, aber alles ist sehr gemütlich eingerichtet. Liebevoll nennen sie ihr Zuhause „Happy Home“. Zur Begrüßung tanzt Salma mit den anderen Mädchen für die Besucher. Sie haben sich schick gemacht und strahlen über das ganze Gesicht, als der Applaus fällt. Salma ist zwölf Jahre alt. Sie lebt schon ein bisschen länger als die meisten im Happy Home. Ihre Geschichte ist hier keine Ausnahme. Salma hat inzwischen genug Selbstbewusstsein sie zu erzählen:

Die Mutter verkauft sie – um sie zu schützen: „Solange ich denken kann, habe ich mit meiner Mutter, meinen vier Schwestern und meinem Bruder auf der Straße gelebt. In der Nähe der Universität hatten wir unseren Stammplatz. Nachts haben wir eine Plastikplane als Dach über uns aufgespannt. Aber in der Regenzeit hat das nicht gereicht, die Regenzeit war schlimm. Schlimm waren auch die Männer, die nachts zu meiner Mutter kamen. Als ich dann sieben Jahre alt war, hat meine Mutter mich an eine Familie verkauft. Ich sollte dort als Hausmädchen arbeiten. Ich glaube, meine Mutter hat mich vor den Männern auf der Straße schützen wollen. Aber die Familie hat mich häufig geschlagen und ich musste alle Hausarbeiten erledigen. Außerdem musste ich die Tochter zur Schule bringen und wieder abholen. Die ist genauso alt wie ich! Aber ich durfte nicht zur Schule gehen. Das habe ich alles nicht ausgehalten. Also bin ich abgehauen, zurück zu meiner Mutter auf die Straße. Aber meine Mutter hat mich wieder zu der Familie gebracht. Und als ich dort das zweite Mal weggerannt bin, habe ich jemanden vom Happy Home-Center getroffen. Das war mein Glück!

Salma kann jetzt lesen und schreiben

Ich lebe jetzt seit vier Jahren hier im Happy Home und habe die sechste Klasse bald abgeschlossen. Ich kann jetzt lesen und schreiben und auch Englisch. Aber am liebsten habe ich die Fächer Mathematik und Tanz. Seit einiger Zeit habe ich auch wieder Kontakt zu meiner Mutter. Ich treffe sie einmal im Monat. Mein kleiner Bruder ist noch bei ihr, aber meine Schwestern werden vermisst. Ich weiß nicht, was aus ihnen geworden ist. Wenn ich älter bin und eine Arbeit gefunden habe, möchte ich meine Mutter und meinen kleinen Bruder zu mir holen und mit ihnen leben. Das ist mein größter Wunsch.“ Salmas Geschichte ist eine von vielen: www.gospelday.de

 

Was ist Happy Home?

Das ist ein Kinderheim in Bangladesch. Zwei Häuser mit jeweils 30 Mädchen und ein Haus mit 30 Jungen. Träger der Einrichtung ist die Organisation ASD (Assistance for Slum Dwellers), die von Brot für die Welt seit vielen Jahren unterstützt wurde. ASD betreibt ein Netz von acht Vorschulen und Nachhilfezentren, über das sie Kontakt zu Kindern und Familien bekommen. Das Projekt von “Gospel für eine gerechtere Welt” ist mittlerweile durch anderweitiges Engagement gesichert und man widmet sich nun einem neuen Zukunftsprojekt – es geht nach Afrika! Wir halten euch auf dem Laufenden.

Fortsetzung folgt …

Eure Nina