Ihr Lieben,

Sinnlichkeit macht Seelen glücklich. Unseren Sinnen zu folgen, sie zu spüren, lässt unser Inneres erleichtert aufatmen, manchmal sogar begeistert aufschreien- und uns das Glück der kleinen Momente fühlen.

Trotzdem ertappe ich mich immer öfter dabei, schnelle Technik meinen natürlichen Instinkten vorzuziehen. Ganz so, als würde ich ihnen insgeheim misstrauen und mein Leben lieber in die Hände lebloser Dinge legen.

 

Apps – Navis für’s Leben?

Wenn ich mich auf der Straße verirre, weist mein Navi mir einen Weg, ziemlich schrill klingelt mein Handy, wenn Menschen, die ich liebe, Geburtstag haben, und wenn ich rausgehe, warnt mich eine Wetter-App, bevor ich den Wind und den Regen fühle.

Zugegeben: Sie sind schon praktisch diese Apps. Trotzdem frage ich mich oft: Machen sie uns auch glücklich? Bereichern sie unser Leben tatsächlich – oder schirmen sie uns viel mehr davon ab?

 

Mit allen Sinnen

Vor kurzem war ich auf einem Passenger- Konzert in Berlin, die Halle war ausverkauft und voller Menschen, als der Sänger uns bei „Let her go“ auf einmal bat, die Handys für einen kurzen Moment beiseite zu legen, und sein Lied zu fühlen. Er wollte, dass wir das blaue Licht, vor dem er stand, wahrnehmen, seinen Worten wirklich zuhören, sie im Herzen fühlen.

Etwas irritiert kamen wir seiner Bitte nach und plötzlich geschah etwas Magisches: Der unscheinbare Moment wurde zu einem ganz besonderen. Denn wir ließen uns mit allen Sinnen auf ihn ein, anstatt ihn nur zu posten.

 

Ein Bewusstsein für den Moment

Als er vorbei war, sahen wir natürlich wieder verstohlen auf unsere Handys, und Passenger auf ein Meer aus erleuchteten Displays – trotzdem hatte ich gefunden, was ich im Alltag manchmal verliere: Ein Bewusstsein für den Moment, in dem ich mich befinde. Ihn im Herzen einzuschließen, bevor ich ihn teile.

Technik hilft, all unsere Momente zugänglicher zu machen, schafft Verbindungen, von denen wir früher nur geträumt hätten, aber wie bei allem kommt es auf das Gleichgewicht an. Darauf, zu fühlen, was unserem Leben gut tut und was uns weit davon wegträgt.

Und solange die „Intuitions-App“ noch nicht erfunden wurde, sollten wir nie aufhören, unsere Sinne zu schärfen. In ihnen liegt alles, was wir brauchen, alles was uns glücklich macht. Sie zu fühlen, bedeutet mit uns selbst verbunden zu sein – und je häufiger du sie benutzt, umso mehr wird dir klar: Fühlen ist die Essenz deiner Seele.

 

Fühlen ist Leben.

Deine L*

 

„ Denn wir alle werfen Schatten auf des Nächsten Licht.
Lass dich nicht zerbrechen und fürchte dich nicht.

Vor dem, was da kommt,
Vor dem, was du fühlst,
Vor dem, was du liebst. „

(Das hat die Welt noch nicht gesehen, Söhne Mannheims)