Manchmal bekommt man das Gefühl, die Welt könne nicht mehr lange atmen. Die Nachrichten, wie es um die Gesundheit unserer Erde steht, überschlagen sich.

Klimawandel, der ganze Müll in den Meeren, Hungersnöte überall, Krieg – mich beschleicht dann ein Gefühl der Ohnmacht. In meinem Alltag nehme ich diese katastrophalen Zustände nicht wirklich wahr. Es geht mir gut, ich lebe hier ja auch in Deutschland, ein fortschrittliches, sauberes Land. Ich meine, genau das ist der Punkt. So lange jeder in seiner Blase lebt, geht einem das Unglück der anderen nichts an. So lange ich doch Hier in Deutschland lebe, muss ich mich doch nicht um den Rest der Welt kümmern. Ein trauriger, aber ich meine oft vorkommender Gedankengang.

 

Das Handeln der Anderen

Ich war diesen Sommer auf Bali, auch „Paradies auf Erden“ genannt. Das ist es auch auf den ersten Blick. Bis man einmal genauer hinschaut. Besonders aufgefallen ist mir der ganze Plastikmüll im Meer. Ein traumhafter Ort und so viel Müll. Als ich am Strand lang ging, dachte ich mir „Wie schlimm! Wie muss es wohl in den Tiefen der Ozeane aussehen?“. Ehrenwerter Gedanke, aber getan habe ich nichts. Aufgerüttelt hat mich erst eine braungebrannte Frau im rosa Bikini, die mit Sonnenbrille auf der Nase, Lächeln im Gesicht und großer Plastiktüte in der Hand, angefangen hat den ganzen Müll einfach aufzusammeln. So! Und in diesem Moment überkam mich der plötzliche Tatendrang und als ich ihr entgegen kam, warf ich ein fast nicht mehr zu erkennendes Trinkpäckchen in die Tüte. Sie ging lächelnd weiter. Zugegeben – das war jetzt keine Heldentat. Aber ich begriff erst im Nachhinein, was das Tun dieser Frau bei mir bewirkt hat.

Was ich damit sagen will ist, dass viel Reden in den Nachrichten oder auch unter Freunden rein gar nichts ändert. Erst als ich jemanden wirklich sah, der anpackte (und das auch noch so fröhlich), hat das was bei mir ausgelöst. Wenn ich mir vorstelle, was passieren würde, wenn wir mit unserem Handeln wieder andere anstecken, was für eine tolle Kettenreaktion würde das wohl auslösen.

 

Es sind die kleinen Dinge

Ich kann meinen Lifestyle nicht als 100% nachhaltig bezeichnen. Ich bin kein GreenPeace-Aktivist, putze meine Zähne immer noch mit einer Plastikzahnbürste und Plastikstrohhalme findet man auch noch in meiner Küche. Es fängt klein an – ich sprudel mir mein Wasser selbst (Adiós Plastikflaschen), probiere nicht mehr jeden Tag und schon gar nicht 20 Minuten unter der Dusche zu stehen und höre meiner Schwester nun aufmerksamer zu, wenn sie über das Leid der vielleicht bald ausgerotteten Elefanten spricht.

Aber mit dem Bewusstwerden, merkt man wie schwierig und wie komplex das Thema Nachhaltigkeit ist. Und auch damit werde ich mich weiter mit auseinandersetzen müssen, denn…

 

… ich will die Welt retten!

 

Eure Hanna

PS: Einen Tipp habe ich auch noch für euch. Auf Facebook gibt es mittlerweile öffentliche Gruppen, die dazu animieren „die Welt zu retten“. Unter #einehandvoll findet ihr z.B. eine Gruppe, die sich super gegenseitig ermutigt und jeder ein Beispiel für den Anderen ist. So kann man auch im Alltag die nötigen Impulse bekommen.