Ihr Lieben,

es gibt wohl kaum ein Wort, das so in aller Munde ist und gleichzeitig so viele Bedeutungen hat wie: Nachhaltigkeit.


Und ich gebe zu, dass ich erstmal recherchieren musste, um eine eindeutige Definition für diesen Text zu finden. „Nachhaltigkeit ist das Bewusstsein des Menschen, in Wechselwirkung mit der Natur zu stehen.“, sagt das Internet.


Aber was bedeutet das für meinen Alltag? Reicht es ein Bewusstsein zu haben? Was kann ich tun? Was ist zu viel und was zu wenig? Und gibt es ein „zu viel“ überhaupt?


Manchmal befällt mich Panik bei all den offenen Fragen. Die Berichte über die Erwärmung unserer Erde machen mir Angst. Aussterbende Bienen mache mich traurig. Und abgeholzte Bäume tun mir weh.


Und plötzlich kommt mir der Gedanke, dass Nachhaltigkeit gar keine moralische Verpflichtung ist. Sie ist viel mehr die logische Konsequenz daraus, meine eigenen Gefühle ernst zu nehmen. Sie ergibt sich aus meinen Ängsten, meinen Weltschmerz und dem Wunsch nach Heilung.


Nachhaltigkeit ergibt sich aus der Verbindung zu mir selbst. Weil es das ist, was passiert, wenn wir eins mit unserer Seele werden: Wir fühlen, dass wir ein Teil eines Ganzen sind.



Meinen Müll zu trennen, lieber mit Blitz (meinem Fahrrad!) als meinem Auto zu fahren, meinen weiß-gepunkteten Einkaufsbeutel dabei zu haben, einmal die Woche Bio-Fleisch essen – all das ergibt sich aus meinem Gefühl, ein Teil von dieser Welt zu sein.

Vielleicht kein wahnsinnig bedeutsamer. Vielleicht kein unersetzbarer. Aber einer, der sich bemüht, die Welt ein bisschen besser zu machen.


Hier in Berlin herrscht ein hohes Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Und wie ich dir ehrlich sagen muss: Ein Maßstab, der es mir schwer macht, mich umzugewöhnen.


Kaum ein Café ohne Bio-Milch und braunen Zucker auf den Tischen. Kaum ein Restaurant ohne regionale Lebensmittel, artgerechtes Fleisch oder vegetarische Alternativen. Kaum jemand, der mehr Auto als Fahrrad oder Öffis fährt.

Viele Menschen mit demselben Ziel! Das beruhigt mich.


Denn vielleicht liegt der Schlüssel zur Nachhaltigkeit in ihrer Definition: Bewusst zu fühlen, dass Du der Teil von etwas Großem bist. Das es wert ist, beschützt zu werden.


Deine L*

„Denn du irrst, wenn du denkst- hier steht jeder für sich.
Was gegen uns geht- geht gegen Dich.“
Gebet an den Planet (Thomas D)