Ihr Lieben,


man sagt: die Hoffnung stirbt zuletzt.


Man verschweigt: wenn sie stirbt, dann wird es leer im Herzen.


Dunkelheit breitet sich aus. Ein einsames Gefühl! Als würde man nach der letzten Seite eines guten Buches die Nachttischlampe ausknipsen.


„Und jetzt?“, frage ich in die Dunkelheit.
„Jetzt sind wir allein.“, flüstert das Herz zurück.


Gut, dann können wir in Ruhe nachdenken, antworte ich stumm- weil ich gerne das letzte Wort habe.


Es gibt nur wenige Gefühle, die uns daran erinnern, wer wir wirklich sind! Sie gehen so tief, dass sie unsere Seele berühren. Neben glauben und lieben, gehört Hoffnung dazu.


Drei große Gefühle, die uns lebendig halten! Sie lassen uns weiter machen, werden zu unserem Motor, wenn das Leben mal schwer wird. Deshalb wird es still in uns, wenn eines davon ausfällt.


„Und was jetzt?“, flüstere ich in die Dunkelheit. „Abwarten.“, antwortet mein Herz.


Früher habe ich mich geschämt, wenn es in mir leer wurde. Aber dann zog ich nach Berlin und traf Menschen, die aus ihrer Leere Kunst machten- und wurde eine von ihnen. Heute weiß ich: wenn man sich traut, die Welt zu fühlen, gehört ein bisschen Leersein dazu.


Denn mal unter uns: Mitgefühl ist nicht so leicht, wie es klingt. Es bedeutet auch, das Leid der anderen zu fühlen, nicht zu wissen, wo meines aufhört, und das der Welt anfängt.


An Tagen, an denen die Hoffnung stirbt, erinnere ich mich. An das Gute im Menschen, an das Gute in mir. An den Menschen, der ich sein möchte, wenn mein Herz wieder leichter wird.


Denn am Ende- und Anfang- jeden Tages ist Hoffnung eine Entscheidung! Genauso wie an Gott glauben und zu lieben.


Und manchmal stirbt die Hoffnung. Es ist okay! Okay, dass es dunkel wird. Okay, dass es leer im Herzen wird. Das ist der Moment, bevor das Licht einströmt.


Deine L*

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück – denn du bist bei mir“

(Psalm 23:4)