Werte sind meine Religion

Ihr Lieben,

eigentlich schreibe ich diesen Blogpost immer in meinem Café um die Ecke. Bestelle mir einen großen Flat White (mit Hafermilch natürlich), tippe nachdenklich auf meinen Laptop ein und freue mich auf die Klatschzeitung danach.

Heute ist alles anders! Ich sitze im Berliner Tiergarten, weit weg von allen Menschen. Alleine auf einer Bank und fühle mich auch so. Fühle mich isoliert. Spüre gleichzeitig, dass dafür andere Sinne geschärft werden. Beobachten kann ich heute besonders gut!

Ich sehe, wie unterschiedlich jeder mit ihr umgeht. Mit der Situation, die uns alle aus dem Alltag gerissen hat. Aus Gewohnheit, Routine und alten Mustern, die uns Halt gegeben haben. Frage mich, was es jetzt tut.

Manche joggen an mir vorbei, werfen mir einen flüchtigen Blick über selbstgenähtem Mundschutz zu. Andere gehen spazieren, höchstens zu zweit, achten dabei auf einen vorbildlichen Sicherheitsabstand. Wiederum andere achten auf gar nichts.

Und Hand auf‘s Herz (das ist ja noch erlaubt): Wer bin ICH in diesen Szenarien? Was definiert überhaupt, wer ich bin, wenn Gewohntes wegbricht? Ich komme zu derselben Antwort, zu der ich in schweren Zeiten immer finde: Meine Werte!

Sie geben mir Halt. Sind etwas, woran ich glauben kann. Ein Gerüst, das auch in Trümmern steht. Werte sind meine Religion!

Gerade wird uns neben Geduld (nicht meine Stärke!) besonders Achtsamkeit abverlangt. Ich sorge mich mehr als sonst um meine Eltern, achte mehr als sonst auf ältere Menschen auf den Straßen und saubere Hände in den Taschen. Achte dafür weniger auf die, die für all das keinen Respekt haben.

Achtsamkeit geht anscheinend in beide Richtungen.

Werte sind meine Religion

Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir gerade alle in einem Boot sitzen, aber in unterschiedliche Richtungen paddeln. Uns in stürmischen Zeiten unterschiedlich treiben lassen. Und mir kommt die Idee, dass gemeinsame Werte ein guter Anker wären.

Ostern steht vor der Tür! Die Zeit der Auferstehung, des Neuanfangs. Ich frage mich, ob gezwungene Achtsamkeit bald zur gefühlten wird. Wünsche es mir insgeheim.

Wünsche mir, dass auch die ihre Werte überdenken, die es sonst nicht tun. Dass wir uns mehr fragen, was wir fühlen- und nicht, was wir müssen. Dass Werte der Steuermann auf unserem Boot werden.

Ich verlasse meine Bank, für heute habe ich genug beobachtet! Auf dem Nachhauseweg kommt mir ein Gedanke, den Neuanfänge lieben: Wenn die Hand auf’s Herz erlaubt ist- können wir es immer wieder an den rechten Fleck rücken!

Deine L*

„Mehr als auf alles – gib acht auf dein Herz“

Willkommen…Nachhaltigkeit

Ihr Lieben,

es gibt wohl kaum ein Wort, das so in aller Munde ist und gleichzeitig so viele Bedeutungen hat wie: Nachhaltigkeit.

Und ich gebe zu, dass ich erstmal recherchieren musste, um eine eindeutige Definition für diesen Text zu finden. “Nachhaltigkeit ist das Bewusstsein des Menschen, in Wechselwirkung mit der Natur zu stehen.”, sagt das Internet.

Aber was bedeutet das für meinen Alltag? Reicht es ein Bewusstsein zu haben? Was kann ich tun? Was ist zu viel und was zu wenig? Und gibt es ein “zu viel” überhaupt?

Manchmal befällt mich Panik bei all den offenen Fragen. Die Berichte über die Erwärmung unserer Erde machen mir Angst. Aussterbende Bienen mache mich traurig. Und abgeholzte Bäume tun mir weh.

Und plötzlich kommt mir der Gedanke, dass Nachhaltigkeit gar keine moralische Verpflichtung ist. Sie ist viel mehr die logische Konsequenz daraus, meine eigenen Gefühle ernst zu nehmen. Sie ergibt sich aus meinen Ängsten, meinen Weltschmerz und dem Wunsch nach Heilung.

Nachhaltigkeit ergibt sich aus der Verbindung zu mir selbst. Weil es das ist, was passiert, wenn wir eins mit unserer Seele werden: Wir fühlen, dass wir ein Teil eines Ganzen sind.

Willkommen Nachhaltigkeit

Meinen Müll zu trennen, lieber mit Blitz (meinem Fahrrad!) als meinem Auto zu fahren, meinen weiß-gepunkteten Einkaufsbeutel dabei zu haben, einmal die Woche Bio-Fleisch essen – all das ergibt sich aus meinem Gefühl, ein Teil von dieser Welt zu sein.

Vielleicht kein wahnsinnig bedeutsamer. Vielleicht kein unersetzbarer. Aber einer, der sich bemüht, die Welt ein bisschen besser zu machen.

Hier in Berlin herrscht ein hohes Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Und wie ich dir ehrlich sagen muss: Ein Maßstab, der es mir schwer macht, mich umzugewöhnen.

Kaum ein Café ohne Bio-Milch und braunen Zucker auf den Tischen. Kaum ein Restaurant ohne regionale Lebensmittel, artgerechtes Fleisch oder vegetarische Alternativen. Kaum jemand, der mehr Auto als Fahrrad oder Öffis fährt.

Viele Menschen mit demselben Ziel! Das beruhigt mich.

Denn vielleicht liegt der Schlüssel zur Nachhaltigkeit in ihrer Definition: Bewusst zu fühlen, dass Du der Teil von etwas Großem bist. Das es wert ist, beschützt zu werden.

Deine L*

“Denn du irrst, wenn du denkst- hier steht jeder für sich. Was gegen uns geht- geht gegen Dich.”

Gebet an den Planet – Thomas D Tweet

Willkommen…Glauben!

Ihr Lieben,

als ich vor einigen Jahren nach Berlin zog, wohnte ich das erste Mal unter unglaublich vielen Menschen, die alle unterschiedlich leben.

Manche lieben es klassisch mit Haus und Kind im Grünen, andere lieben das bunte Durcheinander der Stadt. Manche glauben an Gott, andere nur an sich selbst. Aber uns alle vereint der Glaube an Freiheit. Eine, in der es nicht verrückt ist, auf sein Herz zu hören. Seinen Instinkten zu folgen, und so einzigartig zu sein, wie unsere Seele es vorgibt.

Ich hatte lange nach diesem Lebensgefühl gesucht, war dafür viele Male umgezogen. Aber erst in Berlin, kam es wirklich in meinem Herzen an: Es gibt unendlich viele Arten, wie Du leben kannst! Zu glauben, ist ein Gerüst- und der Boden für meinen Keim.

Willkommen Glauben

Gott, Engel, Schicksal, Wunder, Hoffnung, helfen mir, wenn ich spüre, dass ich mit all der Freiheit zu entscheiden, überfordert bin. Sie stützen mich in den Momenten, wenn das Leben nicht in meinen eigenen Händen liegt.

Denn unter uns: Freiheit bringt auch die Angst mit sich, etwas falsch zu machen. Eine falsche Entscheidung zu treffen, Dich selbst zu verlieren. Das, woran Du glaubst, zu verraten. Und ich sage Dir ganz ehrlich: All das passiert von Zeit zu Zeit! Das ist es, was sich Leben nennt.

Und irgendwann bekommst Du ein Gefühl dafür, wann es falsch ist. Lernst, dass es richtig ist, wenn Dein Inneres aufatmet. Wenn Du Dich leicht fühlst, weil Du leben kannst, woran Deine Seele glaubt.

Zwischen all den Möglichkeiten findest Du Deinen eigenen Weg und lernst die auszublenden, die Zweifel säen- und von denen zu lernen, die anderer Meinung sind. Wir alle leben zwischen Glauben und Wissen, böse und gut, Gefühlen und Fakten, Liebe und Angst.

Irgendwo zwischen all diesen Gegensätzen wartet er- der Weg, der für Dich bestimmt ist. Er baut sich aus dem Mut, so zu leben, wie Du glaubst.

Deine L*

„So, wie Du glaubst – ist so, wie Du lebst.“

Mark Forster