Spuren…

“Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.”

1. Petrus 3, 10-11
 

Erinnerung muss aufrecht erhalten werden

Das Gebäude des VRK, in dem wir heute sitzen, liegt genau dort, wo vor 80 Jahren die Synagoge Detmold stand. Das Grundstück wurde damals in den 50-er Jahren von der Stadt Detmold an uns verkauft. Gegenüber liegt das Evangelische Beratungszentrum der Lippischen Landeskirche – hier hatte bis Juni 2017 Pfarrer Christoph Pompe die Leitung inne. Sowohl wir als auch Pfarrer Pompe wollen die Erinnerung an die Synagoge aufrecht erhalten und an dessen Schönheit und gleichzeitig schrecklichem Schicksal erinnern. Pfarrer Pompe hat über die Jahre historische Daten und Zeitzeugenberichte gesammelt und zusammengefasst. Einen historischen Abriss der Ereignisse von 1938 hat er uns zur Verfügung gestellt:

Das Gebäude der Ev. Beratungsstelle wurde vom Lebensmittelgroßhändler Avenhaus 1903 gebaut. Der kleine Sohn war mit dem Sohn Max des Synagogendieners (Louis Flatow – gestorben im KZ Buchenwald) befreundet. Gegenüber stand die „Neue Synagoge“ der jüdischen Gemeinde in Detmold. Kein Mitglied der jüdischen Familie Flatow überlebte. So wie der Gedenkstein gegenüber erinnern unsere Bilder an die Schönheit des Gebäudes der Synagoge und an sein geschmücktes Inneres: es waren 242 aus Eiche geschnitzte Sitze vorhanden: 154 befanden sich im Erdgeschoss und 88 auf der Empore. Die Fenster zeigten Sinnbilder wie den siebenarmigen Leuchter. Schofar (Horn) und Palmenzweige sowie Inschriften wie: ….“Danket dem Herren“ ….“Der Herr ist mein Licht“ und …“Gedenke unserer zum Leben“. Das Gebäude wurde 1907 bei der Einweihung … in seiner äußersten architektonischen Schönheit als … „Zierde unserer Stadt“ gelobt. In der Nacht zum 10. November 1938 wurde es in Brand gesteckt: anwesend sind die Pfarrwitwe Meta Ulmke (inzwischen sog. …. SA-Mutter von Detmold) Kreisleiter Wedderwille, Bürgermeister Hans Keller und der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Schürmann (zugleich Dezernent für das Feuerlöschwesen). Die Feuerwehrleute bilden einen Absperrring. Aus einem Feuerwehrauto wurden Fässer mit Benzin gerollt und das Innere der Synagoge damit getränkt. In das Wohnhaus der Familie Flatow drangen Täter ein: Zeugen berichten später vom Schreien und Weinen der Kinder. Die Synagoge brennt bis auf die Grundmauern nieder – alles wird von Schaulustigen beobachtet. Die jüdischen Bürgerinnen und Bürger von Detmold werden noch in der Nacht um 2 Uhr und am späten Morgen verhaftet und ins Gefängnis eingeliefert – 60 in ganz Lippe. Alle unter 65 werden mit dem Omnibus nach Bielefeld gebracht und am 12. November 1938 in das KZ Buchwald gebracht.

(Quelle: G. Mitschke-Buchholz. Auf jüdischen Spuren: zwei Stadtrundgänge durch Detmold. S. 48 f. Lage. 2001) Nationalsozialismus in Detmold. Stadt Detmold (HG.). S. 650 ff. … (Jürgen Hartmann/Der November-Pogrom in Detmold 1938) Bielefeld 1998

Das was damals unseren Mitmenschen widerfahren ist, soll nie in Vergessenheit geraten. Das Leid und die Verbrechen, die verübt wurden, sollen nie wieder eine solche Macht erlangen. Und dafür  können nur wir sorgen und in dieser Verantwortung stehen nur wir. Wir alle.

Zur Erinnerung an die „Neue Synagoge“ und deren Geschichte hat der VRK Gedenkstelen mit weiteren Informationen aufgestellt − um diesen Ort im kollektiven Gedächtnis der Stadt Detmold lebendig zu halten. Die Stelen können wochentags in der Zeit von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Innenhof des VRK besucht werden (Zugang vom Doktorweg aus – gegenüber dem Theater)

Leben ist…riechen!

Ihr Lieben,

manche Gerüche haben etwas Magisches an sich. Als wären unsere Nasen kleine Zeitmaschinen, katapultieren sie uns durch Raum und Zeit – zurück zu den Momenten, die wir mit ihnen verbinden.

Süßlicher Duft von Käsekuchen im Ofen, lässt mich sofort zu einem kleinen Mädchen schrumpfen, das ungeduldig an Omas Küchentisch sitzt, nervös an der weißen Häkeldecke zieht und das erste Stück mit extra viel Rosinen kaum erwarten kann.

 

Gerüche sind kleine Erinnerungen

Irgendwann später, zurück im Heute, schiebe ich mich durch die Menge am Kurfürstendamm, bin genervt von der aufgezwungenen Nähe der Menschen, da rieche ich auf einmal ein Parfum, das mir bekannt vorkommt. Irgendein Fremder trägt es, aber eigentlich gehört es meinem aller ersten Schwarm, ersten, heimlichen Treffen im Park und einer Zeit, als ich Unsicherheit noch aufregend fand. Und auf einmal stehe ich da, mitten im Stadtgedränge, und Schmetterlinge fliegen durch meinen Bauch.

Beflügelt mache ich mich auf den Weg nach Hause, hebe mit meinem Fahrrad beinahe etwas ab, so schnell trete ich in die Pedale, und während ich vor Leichtigkeit fliege, sauge ich den Geruch meiner Stadt ein. Den Duft, der in Berlin von allen Dächern weht: Freiheit.

Und manchmal begegnet mir auch das genaue Gegenteil: Gerüche, die mich abstoßen, die mich warnen vor Momenten oder Menschen, die nicht zu mir passen – weil ich sie „nicht riechen kann“.

 

Mehr als nur ein Geruchssinn

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass in unserer Nase mehr als nur Gerüche stecken. Sie ist ein natürliches Warnsystem vor dem, was uns nicht gut tut. Aber vor allem schafft sie das, was sonst nur wenige Organe schaffen: Sie sendet Bilder in unser Herz.

Jeder Geruch, jeder Duft ist eine Erinnerung von morgen. Ein neuer Moment von vielen wichtigen und unwichtigen, die zusammen dein Leben bedeuten.

Sie sind ein Teil deiner Identität, und je häufiger du sie beachtest, umso mehr begreifst du: Gerüche sind ein Fotoalbum für dein Herz. Gespeichert für die Ewigkeit, reicht ein vertrauter Duft, um den verlorenen Moment zu aktivieren. Um ihn dich fühlen zu lassen.

 

Weil riechen Leben ist.

Deine L*

Plus und Minus Elektroautos

Wie nachhaltig sind Elektroautos wirklich? Im Zuge der gerade wieder präsenten CO2-Diskussionen fragt sich der ein oder andere vielleicht doch, was er selbst tun kann, um die globalen Emissionen zu verringern. Eine Möglichkeit ist nach wie vor einfach weniger Auto zu fahren und/oder auf ein Elektroauto umzusteigen.

Volvo kündigte als erster Hersteller an, dass ab 2019 jeder Volvo einer neuen Modellreihe einen Elektromotor an Bord haben wird. In Deutschland soll die Elektroautoprämie den Absatz und das Interesse an emissionsfreien Elektroautos weiter steigern, indem die Bundesregierung mit der Kaufprämie von derzeit 4.000 Euro die Anzahl der Elektroautos in Deutschland auf 500.000 erhöht. So weit, so gut. Doch ist es wirklich um die Nachhaltigkeit von Elektroautos so gut bestellt, dass wir als Konsumenten bedenkenlos zugreifen können?  Ich habe mir das Thema Elektroauto einmal genauer angeschaut.

 

 

+ Plus Elektroauto

Elektroautos fahren mit Strom, nicht mit Benzin. Sie verbrennen also im Betrieb keinen fossilen Rohstoff, der in begrenzten und schwindenden Mengen vorliegt und mit Umweltschäden gefördert wird. Daher können sie im Betrieb theoretisch schadstofffrei fahren, halten die Luft sauber, beeinflussen das Klima kaum und können zudem sehr leise sein. Und auch wenn von vielen Seiten bemängelt wird, dass die überwiegende Zahl der privat genutzten E-Autos in Deutschland als Zweitwagen dienen, sind sie damit genau dort eingesetzt, wo sie am meisten gebraucht werden: In den Stadtzentren mit den hohen Schadstoffbelastungen und dem Verkehrslärm. Denn für Kurzstrecken im städtischen Verkehr ist die Reichweite der E-Autos mittlerweile mehr als genügend – außerdem wird das Netz an Aufladestationen immer engmaschiger. Selbst als Taxi werden Elektroautos mittlerweile gerne eingesetzt. Eine schöne Entwicklung bisher, wie ich finde. Um ganz auf das konventionelle Familienauto zu verzichten, müsste allerdings die europaweite Infrastruktur der Aufladestationen erheblich verbessert werden. Auch die Zugkraft der Elektroautos steht vielen herkömmlichen Pkw‘s noch um einiges hinterher.

 

 

– Minus Elektroauto

Elektroautos schonen die Umwelt, wenn man sie fährt. Was mir bisher nicht so klar war: Die Herstellung hat enorme negative Auswirkungen auf die Umwelt. Die derzeit verwendeten Elektromotoren brauchen die sogenannten Seltenen Erden, etwa Neodym oder Dysprosium. Diese lassen sich nur schwierig gewinnen und verarbeiten und der Abbau schädigt die Umwelt massiv. Auch die Produktion und das Recycling der Batterien ist derzeit noch sehr problematisch. Umstritten ist die Umweltbilanz der E-Autos übrigens auch aufgrund des Strommixes. Untersuchungen zeigen aber, dass selbst der normale Strommix in Deutschland heute schon so beschaffen ist, dass E-Autos bereits umweltfreundlicher sind als Benziner. Je besser die erneuerbaren Energien also ausgebaut und für die E-Autos nutzbar gemacht werden, desto besser wird am Ende deren Umweltbilanz. Speziell entwickelte Solar-Carports, zum Beispiel von BMW, sollen Elektroautos allein durch Sonnenenergie betanken und für mehr Nachhaltigkeit in der Elektromobilität sorgen.

 

 

Sich ein Elektroauto anzuschaffen ist also nichtsdestotrotz eine gute Idee und sollte nicht mehr Zukunftsmusik sein. Für eine Übersicht über die besten Elektroautos, schaut doch mal hier bei Utopia vorbei.

Und übrigens: Wenn du einen besonders umweltfreundlichen Pkw fährst, belohnen wir das mit unserem Öko-Tarif. Mehr Infos bekommst du hier.

Ich wünsche euch weiterhin eine gute Fahrt!

Eure Nina